Folge 7: Wie erwachsen bist Du wirklich?

Shownotes

„Eigentlich habe ich nicht zwei Kinder zuhause, sondern drei“, das sagt Ehefrau und Mutter Barbara und jedem dürfte klar sein, was damit gemeint ist. In der heutigen Folge tauchen Sven Furrer und ich in die nächste Essenz des Themas „Familie ohne Burnout“ ein. Kinder können nur dann Kinder sein, wenn die Eltern es nicht mehr sind. Das bedeutet: Aufgabe des „inneren Kindes“, das es nicht mehr gibt und endgültiger Auszug aus dem eigenen Elternhaus. Warum das bei vielen Menschen nicht so ist, warum in vielen Familien die Erwachsenen zu Kindern werden, was eine Rollenumkehr für die Kinder und deren späteres Beziehungsleben bedeutet und warum das im Familienkontext unweigerlich zu Erschöpfung führt, das behandeln wir in dieser Folge. Wer wissen will, woran man „kindisches Erwachsensein“ erkennt, was ein Wiedergutmachungsanspruch in Beziehungen ist und wie man sich gemeinsam auf das Erwachsensein besinnt, der ist in dieser Folge richtig.

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Transkript anzeigen

00:00:15: Im ersten Schritt ist natürlich klar, Kinder können nur dann glücklich sein wenn die Eltern auch

00:00:20: glücklich sind.

00:00:22: Eltern haben erstmal zu klären bin ich gut in Beziehung und mir bin ich da glücklich, bin ich zufrieden!

00:00:29: Das heißt soll ich einmal zu fragen gibt es in unserer Familie mehr Kinder als die tatsächlichen?

00:00:37: Bin ich eines davon?

00:00:39: Warum?

00:00:52: Hallo

00:00:53: Sven.

00:00:55: Wir steigen wieder mit einem Zitat ein, wie in der letzten Folge und zwar ist dieses Zitat eine Ehefrau Mutter von zwei Kindern.

00:01:04: sie sagt ich habe nicht nur zwei Kinder sondern ich lebe mit drei Kindern zusammen habe die Verantwortung für drei Kinder.

00:01:13: Wie kam es zu diesem Zitat?

00:01:16: Die ganzen Zitate kommen natürlich auch in den Buchstehlen, das sind Zitate von Menschen, die in die Beratung kommen weil sie den Dialog verloren haben und sich erschöpft haben.

00:01:29: Und so eben auch Barbara Ende dreißig, die sagt also Lebt nicht mit zwei Kindern zu Hause, das ist anstrengend genug.

00:01:39: Da ist auch noch ein

00:01:39: Drittes.".

00:01:40: Also ziemlich unmissverständlich dieses Zitat und das schickt uns natürlich jetzt steil in dieser Folge.

00:01:46: wir müssen also hier müssen wir mal eine kurze Einleitung machen die auch im Buch steht was die Voraussetzung für eine glückliche Kindheit ist glücklicher Eltern und was die Eltern für sich geklärt haben müssen.

00:01:58: Das ist sicher mal wichtig zum Einstieg.

00:02:01: Der erste Teil wäre Abschied von der eigenen Kindheit, also das ist ja so mehr oder weniger der Aufhänger unserer.

00:02:10: Genau, wir steigen jetzt.

00:02:11: Wir haben ja die anderen Folgen, das ist ein bisschen Vorbereitung gewesen nochmal eine Grundauffrischung was gesunde Beziehungen ausmacht.

00:02:18: und jetzt steigen wir halt ein.

00:02:20: Und wir sind jetzt in der grundsätzlichen Frage Was braucht einen kind um?

00:02:26: Ja eine glückliche Kindheit zu haben?

00:02:28: und im ersten Schritt Ist natürlich klar Kinder können nur dann glücklich sein wenn die Eltern auch glücklich sind.

00:02:35: Und bevor wir uns Gedanken um die Kinder machen, gilt im ersten Schritt sich zu fragen sind wir eigentlich glücklich?

00:02:41: Wo stehen wir eigentlich?

00:02:43: und darum geht es.

00:02:45: Das heißt Eltern haben erst mal zu klären bin ich gut in Beziehung mit mir?

00:02:49: bin ich da glücklich mich zufrieden?

00:02:51: ist unsere Partnerschaft zufriedenz?

00:02:53: sind wir da glücklich im Dialog?

00:02:55: wie isst die Eltern schaft?

00:02:57: Und es ist der vierte Punkt, der auch eine Voraussetzung ist damit Kinder-Kinder sein können.

00:03:03: Dass die Eltern die Erwachsenen sind und die eigene Kindheit abgeschlossen haben so und darum wollten wir uns ja in der heutigen Folge kümmern dass eine zentrale Voraussetzung ist Damit Eltern sich nicht erschöpfen kinder Kinder sein können das die Eltern erwachsen sind

00:03:18: genau und das ist ja zum Beispiel etwas das man ja oft beobachtet oder ich schon oft Beobachtet habe Das dass man einem Erwachsenen zuschaut.

00:03:27: Das muss ja nicht eine Extremsituation sein, aber in einer speziellen Situation wo er sich dann wie ein Kind benimmt.

00:03:33: Woran denkst du?

00:03:34: Ja ich war dann wirklich so trötzelt oder eben auch aus sich raus fährt Dass es wirklich, wenn man zuschaut als neutraler Beobachter sehr kindisch anfühlt.

00:03:49: Ja die Barbara hat ja in dem Fall ihren Mann gemeint mit dem dritten Kind und dort war unter anderem das sie sagte dass er letztendlich also von seinen Gefühlen her ist der eigentlich genau so wie die fünfjährige Tochter Und vor allen Dingen hängt der auch seine Gefühle an die Gefühlen der fünf Jährigen.

00:04:14: Wenn sie beleidigt ist, ist er auch beleidigend und wenn sie wütend wird, dann wird er noch wütender.

00:04:22: Gleichzeitig sagt es sich, der ist für mich überhaupt kein Mann, sondern lässt sich genauso versorgen, wenn er nach Hause kommt wie ich meine beiden Kinder, die eigentlich Kinder sind, versorge

00:04:35: muss.".

00:04:36: Wie bringst du das ihm bei?

00:04:39: Du meinst, wie Barbara ihr Mann beibringen kann, dass er nicht mehr Kind ist?

00:04:42: Genau.

00:04:43: Also da... Das ist ja auch überhaupt im ersten Schritt.

00:04:48: Ist das ja auch erst mal nur die Wahrnehmung von Barbara.

00:04:53: Kann ja beide bei euch auch umgekehrt sein.

00:04:55: Absolut!

00:04:55: Das muss ja nichts ... Man-Frau, was kann auch Frau Mahn sein?

00:04:58: Absolut.

00:04:59: also es ist in keiner Weise geschlechtsgebunden, dass ein erwachsener Mensch der vom Alter her erwachsen ist kündig ist.

00:05:07: Und das ist absolut so.

00:05:10: Es ist erst mal auch die Wahrnehmung von Barbara, also es ist in Barbaras Empfinden dass ihr Mann ein Kind ist.

00:05:18: Ob das so ist?

00:05:19: Das steht ja nochmal auf dem anderen Blatt.

00:05:21: Das bleibt mir da hingestellt weil ich meine das ist das was wir in der letzten Folge auch thematisiert haben.

00:05:25: je nachdem was für eine Kindheit man erlebt hat oder könnte es ja auch sein dass die Barbara in einer inneren Realität lebt und einfach ihre Wahrnehnung halt einfach auch geprägt ist von ihrer Kindheit.

00:05:39: Und das gar nicht so ist, dass jemand sehr kindisch ist?

00:05:42: Natürlich!

00:05:43: Es gibt viele Varianten.

00:05:45: Einmal gibt es die Möglichkeit, dass Barbara recht hat, dass dort ihr Partner ein Kind und sich in seinen Emotionen wie ein Kind verhält und in seiner Beziehungsgestaltung auch wie ein Kinder mit der Erwartung da ist jemand, der mich versorgen muss – nämlich meine Frau.

00:06:08: Es kann aber auch sein, so wie du sagst dass Barbara möglicherweise eine Beziehungsrealität hat.

00:06:17: Dass Männer eher dazu neigen sich von Frauen versorgen zu lassen weil sie es zu Hause als Kind erfahren hat, dass die Mutter die Matrone für alle waren.

00:06:30: Und der Vater eigentlich hinterhergeschlichen ist und auch gar keine Partnerschaft stattgefunden hat.

00:06:37: Könnte auch sein das Barbara das verinnerlicht hat und ihren Mann von Anfang an als Mutter begegnet.

00:06:45: Alles möglich!

00:06:46: Du sprichst in deinem Buch von Beziehungswahrheiten?

00:06:49: Was sind die?

00:06:51: Es geht ja darum, dass Eltern erwachsen sind.

00:06:55: Sich bewusst machen wir sind die Erwachsenen in der Familienkonstellation, die Kinder sind die Kinder.

00:07:02: und dann ist natürlich die Frage ab wann ist ein Mensch nicht?

00:07:08: Erwachsen, obwohl er erwachsen ist.

00:07:10: Was zeichnet kindisch sein aus?

00:07:13: Woran erkennt man das Kindessein?

00:07:16: und warum ist es auch überhaupt so dass erwachsene Menschen noch Kinder sind wo eigentlich die Kinder ja die Dynamik haben was jeder weiß?

00:07:27: ah wann bin ich endlich erwachsen!

00:07:29: Wann bin ich endlich

00:07:30: groß?!

00:07:30: Wann kann ich endlich bestimmen?

00:07:32: Wann kann ich den Führerschein machen?

00:07:34: Ja, wann kann ich endlich das machen was ich will.

00:07:39: Also da geht es ja ganz schnell hin.

00:07:42: Ich will endlich groß sein.

00:07:44: Es ist ja eine entscheidende Frage warum es dann irgendwann diesen Switch gibt und Erwachsene plötzlich nur noch klein sein wollen.

00:07:52: Interessant

00:07:53: Unter anderem geht es dann am Ende auch um Beziehungswahrheiten.

00:07:57: Es geht natürlich darum, dass wir uns bewusst machen wie letztendlich in Kindheit bzw.

00:08:07: auf das Kind wirkt was es dann in der Beziehungserfahrung und an Beziehungen braucht um später eben nicht der kindische Erwachsene zu sein sondern erwachsenen zu sein.

00:08:22: Ich weiß nicht, hast du noch andere Beispiele?

00:08:24: Weil Du hast eben angefangen etwas zu beschreiben.

00:08:27: Was ist von Deiner Seite aus wo Du sagen würdest Mensch also das ist so ein ganz typisches Muster Wo ein Erwachsener plötzlich wieder zum Kind wird?

00:08:36: Ja ich meine grundsätzlich die Frage ist ja man versucht die Themen im Dialog zu lösen, aber wenn jemand nicht dialogfähig ist und so reni-tent ist oder dann eben wirklich auch nicht auf den Dialog einsteigt.

00:08:49: Dann ist man ja auch wie soll ich es sagen?

00:08:52: Ein bisschen ausgesetzt dieser Situationen das gegenüber einfach eine gewisse Renitanz an dem Tag legt, die ganze Situation natürlich extrem erschwert um auf Augenhöhe erwachsen miteinander Themen zu lösen oder zu besprechen.

00:09:09: Du meinst also, wenn ein Kind Renitenten nicht dialogbereit ist und sich auf den Boden schmeißt das Erwachsen dann auch sich daneben schmeißt und rumschreit?

00:09:23: Also meine dass alles schon gesehen ja!

00:09:26: Das finde ich jetzt nicht so weit hergeholt.

00:09:33: Und da sind wir doch genau in dem Punkt, sich zu fragen was ist eigentlich los?

00:09:38: Wann fängt an ein Erwachsener kindisch zu werden?

00:09:42: und da sind Kinder natürlich die Herausforderung ja von ihrer Entwicklung her auch normale Phasen durchlaufen die in ihren Gefühlen auch in der eigenen Identitätsentwicklung, in vielen Punkten, in keiner Weise Dialog bereit sind.

00:10:00: In keiner Weise die Augenhöhe haben!

00:10:03: In keinerweise die Bereitschaft zum Duhaben!

00:10:07: Also das ist ja die eigentliche Realität.

00:10:12: und da ist die Frage wie es ist möglich wenn dort ein kleiner Mensch ist der mich versucht zu Boden zu werfen, indem er sich mir gegenüber nämlich auf den Boden wirft und mich bestimmen will.

00:10:24: Wie ist es möglich dass ich oberhalb der roten Linie bleibe?

00:10:29: Und am Ende nicht das Kind aus mir herausbricht Aber in der Gewalt des Erwachsenen und dann ein gegenseitiges Gebrölder stattfindet?

00:10:38: Das ist das was wir ja auch Wenn es um die Beziehung zwischen Eltern und Kind geht, in Ruhe wirklich an vielen Situationen auch besprechen.

00:10:50: Aber lassen uns einmal noch kurz zusammenfassen was.

00:10:52: woran erkennt man zum Beispiel dass man kindisch wird?

00:10:55: ein ganz typisches Gefühl oder einen ganz typischer Ausdruck ist natürlich eine hohe Emotionalität.

00:11:01: Dass du deine Gefühle nicht mehr unter Kontrolle hast sondern aus dir brechen die Gefühlen heraus dann ist ein ganz Typisches Zeichen das du alles anfängst auf dich zu beziehen Und überhaupt nicht mal dazu in der Lage, bis die Augenhöhe zu haben und die Dinge nicht alle persönlichzunehmen.

00:11:18: Dass du noch auch siehst wie die Realität ist dass du den anderen im Blick hast und auch die Beziehung noch im Blick hasst.

00:11:26: Dann ist auch ein ganz typischer Ausdruck das da ein ganz entscheidender Versorgungsanspruch ist.

00:11:36: Und Kind sein heißt ja ich werde versorgt.

00:11:39: Das heißt, natürlich habe ich zu lernen dass auch ein anderer in der Beziehung vorkommt.

00:11:47: Aber im ersten Schritt ist meine Rolle als Kind Ich brauche das du existenziell.

00:11:52: Also ich bin derjenige der bekommt.

00:11:55: So das isst ja die Augenhöhe, das ist die gesunde Konstellation.

00:11:59: Das Kind nimmt erstmal nur Das Kind gibt natürlich auch etwas aber am ersten Schritt nimmt es Und in dem Moment gilt es natürlich darum, zu einem Dialogischen nehmen und geben zu finden.

00:12:13: Deswegen ist ja auch so wichtig dass die Eltern gut in der Partnerschaft sind eine gute Beziehung zu sich haben das sie eben auch eine längere Zeit einseitig nur geben können ohne dass Sie sich ausgenommen fühlen oder vom Kind verschlungen fühlen.

00:12:27: aber einen ganz entscheidender Punkt wenn einer Erwachsener kindisch ist dann ist das eine Beziehungshaltung und Erwartung.

00:12:33: Es dreht sich alles um mich Und ich habe versorgt zu werden und da hab' ich auch ein gutes Recht.

00:12:40: Also heißt natürlich auch mit anderen Worten, es gibt ja die kindliche Heimat oder wie die Heimat in der Kindheit.

00:12:47: Man muss als Erwachsener wieder eine neue Heimat definieren für sich?

00:12:52: Natürlich ist eine Grundaussage dass damit du überhaupt wirklich auch im gesunden Elternschaft führen kannst, damit du erwachsen bist musst du aus deinem Elternhaus ausgezogen sein und zwar nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich.

00:13:12: Das heißt...

00:13:13: Also quasi emanzipiert vom Internet?

00:13:15: Ja du bist erwachsen!

00:13:17: Du bist innerlich wie äußerlich ausgezogen und bist nicht mehr das Kind von damals.

00:13:22: Deswegen ist sie auch ein entscheidender Punkt, sich mit inneren Kindern zu beschäftigen.

00:13:28: Das ist ja auch ein Konstrukt der vielmehr dazu führt dass die Betroffenen sich ständig um ein inneres Kind kümmern was nicht mehr existiert und ihr Erwachsensein aus dem Blick verlieren.

00:13:41: Es gibt kindliche Bewusstseinszustände, in die dann der Erwachsene rutscht und wieder zum Kind wird.

00:13:47: Und die gilt es grundsätzlich zu verlassen.

00:13:50: Aber warum bleibt man denn eigentlich Kind?

00:13:54: Das was ein ganz entscheidender Punkt ist für eine glückliche Kindheit das ist die Beziehungserfahrung oberhalb der roten Linie.

00:14:01: Das heißt im Dialog und ich brauche für eine gesunde Ich-Entwicklung.

00:14:06: Im ersten Schritt Eltern, die mir im Dialog begegnen.

00:14:11: Das heißt damit ich meine Würde mein Selbstwert und meine Identität entwickeln kann brauche ich eine beständige gesunde Beziehungserfahrung wo die Eltern als erste Bezugsperson mich gleichberechtigt mit einbeziehen sich zutiefst für mich interessieren offen sind Dazu in der Lage sind, sich in mich einzufüllen.

00:14:34: Die Patienten, die selber auch Eltern sind, die zu mir in die Beratung kommen berichten so häufig dass ihre Eltern in der Beziehung gar kein Gefühl für sie hatten was dazu geführt hat das sie selbst das Gefühl für sich nie entwickeln konnten.

00:14:49: ich brauche die Erfahrung als kind dass meine älter mich erkennen.

00:14:53: die haben nicht eine vorstellung davon wie ich zu sein habe sondern die sehen was mich ausmacht.

00:14:59: Das respektieren sie.

00:15:01: Ein Gefühl dafür, wo sind meine roten Linien?

00:15:04: Und dann die Erfahrung dass ich zu tiefst gutgeheißen und angenommen werde.

00:15:10: Ich werde geliebt als der, der ich bin So und diese Erfahrung Tiefster Bezogenheit und Geborgenheit in einer Atmosphäre Wo ich mich Zuhause fühle!

00:15:21: Ich werde um meiner selbst Willen erkannt Und mir stehen über eine gewisse Zeit zwei Menschen, weswegen ich auf der Welt bin so zur Seite dass ich zu meinem Ich finden kann.

00:15:36: Da wird nichts an Zuwendung und Bedingungen geknüpft!

00:15:41: Ich habe Saat Kindheit bis ich zu mir gefunden

00:15:44: habe.".

00:15:46: So wenn ich das habe... Dann bin ich kein Kind mehr, dann habe ich gar keine Lust mehr kind zu sein.

00:15:51: Sondern dann ist das gesunde Kindliche was zu Beginn ist.

00:15:56: Ich will groß sein und groß werden.

00:15:58: Dann freue mich dass sich erwachsen werden Weil Kindheit hab' ich satt gehabt so und jetzt will ich ins Leben.

00:16:05: Wenn ich aber eine Kindheit unterhalb der roten Linie erfahren habe Aus welchem Grund auch immer?

00:16:12: Dann werden diese wesentliche Bedürfnisse in Beziehung nicht gestellt.

00:16:17: Das heißt, ich habe noch gar keinen Bezug zu mir.

00:16:20: Ich habe keine Identität.

00:16:21: Ich hab kein Gefühl für mich selbst und vor allen Dingen... ...ich bin nicht satt!

00:16:26: Ich bin emotional nicht sott.

00:16:28: Ich bin hungrig.

00:16:30: Und gleichzeitig je nachdem wie dort Beziehung geführt worden ist wenn ich die ganze Zeit unterdrückt worden bin dann bin ich natürlich auch voller Schmerz Und gleichzeitig voller Wut und voller Anspruch, Mensch ich bin hier in meinem Leben um wesentliches Beraubt worden.

00:16:51: Und jetzt möchte ich aber weil ich habe ein gutes Recht dazu dass ich das nochmal bekomme.

00:16:57: Und dieser unbewusste Wiedergutmachungsanspruch der in einem Menschen in einem kleinen Menschen automatisch gar nicht bewusst sondern automatisch entsteht Wenn wesentliche Werte fehlen, wenn Beziehung unterhalb der roten Linie geführt wird.

00:17:11: Der führt dann dazu dass die Erwachsenen in dem Moment wo sie eigentlich jetzt ins Leben gehen Verantwortung übernehmen plötzlich an ihre emotionale Bedürftigkeit kommen und dann das Gefühl haben so jetzt muss ich Kind sein.

00:17:28: Auch das nochmal wichtig.

00:17:29: Der Mann von der Barbara, dem hat es ja keinen Spaß gemacht dass er noch wütender wurde als seine Tochter.

00:17:36: Da gab's eine Situation wo die Tochter ihn wirklich auch provoziert hat.

00:17:41: Die kleinen wissen ja wo sie dann reingehen

00:17:44: die knapp verdrücken können.

00:17:45: Und dann ist sie ins Badezimmer geflohen, Tür abgeschlossen und der war so wahnsinnig sauer weil die ihn so in die Ecke in seinem Empfinden getrieben hat das die nicht gemachter was er wollte.

00:17:57: frech war dass der kurz davor war aus Wut die Tür einzudrehen und da kam später dann in die Beratung auch und sagte also das sind Zustände die will ich nicht.

00:18:08: ja Das war dann, was in ihm angetriggert worden ist.

00:18:13: War eben seine eigene Kindheitserfahrung wo er in der Rolle der Tochter war und der Vater in der Role von ihm so.

00:18:21: Und diese ganzen Beziehungs-Erfahrungen hat er nicht verarbeitet und die brechen dann hoch.

00:18:27: Wer wollte das eben nicht mehr?

00:18:29: Ich habe dich eingangs mal gefragt, ja wie bringe ich das denn dem Gegenüber bei wenn er sich kindlich verhält.

00:18:36: Das ist genau der springende Punkt oder der Moment, wenn er die Einsicht hat dass er das nicht will.

00:18:41: da ist eigentlich der Nährboden zum Dialog.

00:18:44: also dass Barbara auch nicht zu diesem Aussage oder zu diesem Zitat kommt dass er daran arbeiten kann.

00:18:50: Wie löse ich diese Situation Wenn mich eben die Kinder in die Sackgasse treiben und ich nehme keinen Ausweg mehr finde

00:18:56: Genau.

00:18:57: Und am Ende ist nur eine ehrliche Veränderung oder die meisten verändern sich nicht, weil es ihnen gut geht oder weil die Beziehung super läuft.

00:19:06: Sondern die meisten sind erst bereit, sich damit auseinanderzusetzen wenn der Beziehungen kurz vom Scheitern ist, wenn die Betroffenen sich erschöpft haben und wenn sie tatsächlich spüren ich komme so einfach nicht weiter.

00:19:19: Es ist ja auch viel mit Charme-und Minderwertigkeit verbunden.

00:19:24: Also wenn du als Erwachsener auch in der Eltern-Kindbeziehung merkst, am Ende komme ich hier nicht weiter.

00:19:31: Das heißt eigentlich bin ich doch derjenige, der hier den Überblick haben sollte und da ist ein kleiner Zwerg, der dirigiert mich!

00:19:42: Genauso wie auch in der Konstellation zwischen den beiden, war es für den Mann ja in keiner Weise erfüllend von seiner Frau ständig bemuttert zu werden.

00:19:53: Das ist ja auch eine Entmännlichung.

00:19:56: Das heißt was ist so wie du sagst erst wenn du echt leidest?

00:20:02: Und dann bereit bist, wirklich dir das einzugestehen.

00:20:06: Dann kommt die Veränderung und dafür ist es eben so wichtig.

00:20:09: Deswegen machen wir die Folgen an die Zuhörerinnen und Zuhörer sprechen sie offen darüber.

00:20:15: Nehmen Sie die Impulse, die wir dort auch besprechen – die Themen bringen Sie in Beziehungen, sprechen Sie rechtzeitig an um in eine Klärung zu gehen.

00:20:25: Das ist ja möglich!

00:20:26: Absolut.

00:20:27: Und wie wirkt sich denn das eigentlich aus auf die Kinder, wenn Eltern eben nicht erwachsen werden?

00:20:33: Also was hat das dann für einen Impact bei den Kindern?

00:20:36: Da werden Realitäten verschoben und das ist im Grunde genommen der Boden dafür später Gefahr zu laufen sich zu erschöpfen und deswegen ist ja eine Aussage Was können wir tun damit die Kinder nicht die ausgebrannten Erwachsenen von morgen werden.

00:20:51: Wenn sich erwachsene Menschen erschöpfen, dann weil sie in den Beziehungen wieder zu Kindern geworden sind.

00:20:56: Und zwar zu den Kindern von damals wo sie Beziehung unterhalb der roten Linie gelernt haben und dann haben sie angefangen in diesem Muster vergeblich zu versuchen beziehungszu gestalten so um das jetzt zu verhindern zu sehen In dem Moment wo dass du was ich als Erwachsenen brauche In dem Moment, wo ich Kind bin.

00:21:19: Um genau zu gucken, ah okay so geht Erwachsen sein!

00:21:23: Ich brauche die Erfahrung erst mal nur ich sagen zu können... ...wo ich noch Kind bin das hier ist die Realität um dann satt zu sein.

00:21:30: und dann will ich werden wie der Vater, wie die Mutter oder wie die engsten Bezugspersonen Und diese stehen mir zur Seite erwachsen.

00:21:38: dass sie auch sagen wir sind nicht am Arsch ab Wir stehen dir so zur Seite, dass du wirst wer du bist ist entscheidend, wenn ich da aber ein erwachsenes Kind vor mir habe.

00:21:53: Was bedürftig ist?

00:21:56: Dann komme ich als Kind ganz schnell plötzlich in die Rolle des Erwachsenen und dann bin ich plötzlich der Versorger meines Vaters oder meiner Mutter.

00:22:06: Das heißt Ich kann kein Kind sein, wenn meine Eltern Kinder sind Und dann lerne ich in einer Situation, wo ich eigentlich noch gar keine Kapazitäten und Kompetenzen habe genau das zu machen was ich eigentlich nicht kann.

00:22:24: Für die spätere Zukunft heißt es Ich habe erstens kein Gefühl für mich für meine Kompetenten.

00:22:29: Ich gehe über meine roten Linien.

00:22:32: Ich komme in die Versorgerolle.

00:22:34: Ich lerne nicht wie sich anfühlt selbst versorgt zu werden und ich kann auch nicht mich selbst versorgen.

00:22:42: Das heißt also dieser Aspekt Eltern haben erwachsen zu sein, damit die Kinder Kinder sein können und später die Erwachsenen werden kann.

00:22:52: Die dann wiederum Selbstkinder bekommen.

00:22:55: da ist so entscheidend.

00:22:57: Und jeder der zu mir in die Beratung kommt und seine Erschöpfung aufarbeitet Ist in Familien Konstellation gewesen wo die Eltern Kinder waren nicht bewusst nicht bösartig und wo deswegen die Kinder nicht wirklich Kindheit haben konnten, sondern viel zu früh erwachsen werden mussten und mit Emotionen belastet worden sind.

00:23:21: Mit Konstellationen, die ein kleiner Mensch auf seinen Schultern gar nicht rachen kann.

00:23:25: Und dann wird diese Beziehungswahr halt gelernt.

00:23:28: Dann starten die kleinen Menschen mit einer Überlastung ins Leben.

00:23:33: Die Lebensenergie schafft das aber dann entsteht dieses Beziehungsmuster unterhalb der roten Linie was später dann in die Erschöpfung führt.

00:23:44: Man spricht ja auch vom inneren Kind und ich meine, es gibt ja auch das Kind im Sinne dieser Ausdruck oder diese so landläufige Spruch.

00:23:54: Das ist aber nicht wirklich gemeint.

00:23:56: also man kann ja auch kindlich Freude haben über etwas weil man's einfach gerne macht oder wieder mal trifft oder wieder einmal begegnet.

00:24:03: Es geht da wirklich um die wesentliche Sachen was du jetzt eben beschrieben hast oder was ist deine Erfahrung?

00:24:10: Also ein bisschen etwas Kindlichfreude über etwas oder an etwas Freude haben, das kann ja auch ganz etwas natürlich sein.

00:24:19: Naja, das ist schon auch ein ganz wichtiger Aspekt sich da einmal die Zeit zu nehmen zu schauen – Was heißt eigentlich kindlich?

00:24:27: Was heisst kindisch?

00:24:29: Meinte die Barbara in dem Fall Kindlich oder kindisch?

00:24:34: In der christlichen Religion gibt es ja eine Aussage von Jesus Christus, werdet wie die Kinder.

00:24:40: Werdet wieder wie die Kinder und der meinte mit Sicherheit nicht, werde kindisch!

00:24:47: Sondern das Kindliche was du beschreibst ist ja etwas Pures.

00:24:52: Es ist hier etwas Unverdorbenes Etwas wahrhaftiges.

00:24:55: Was wesentliches Eine pure Lebensfreude Das gilt es sich einen Leben lang zu erhalten.

00:25:03: Eine Flexibilität, ein Interesse, ein Leben wollen sich entwickeln wollen eine ja auch eine kindliche.

00:25:13: keine Naivität aber das Gute im Leben und im Mensch sein sehen und bewahren zu wollen.

00:25:23: Das macht Beziehung und Nähe und Freude auch aus Auch den Umgang mit den Kindern, also diese Ebene auch zu spüren.

00:25:34: Je kindescheich bin, umso verhärteter bin ich, um so wertloser bin ich und so unflexibler bin ich.

00:25:41: Umso weniger kann ich mit Kindern umgehen weil ich Freude, Leichtigkeit alles gar nicht empfinde.

00:25:48: sondern kindisch sein ist eigentlich ein tiefes Beleidigtsein und versorgt werden zu wollen und ein Ich sagen Auf Kosten des Dus, auch auf Kosten das Kleindus.

00:26:02: Kindes sein ist eine Form von Opfersein.

00:26:05: Also ganz wichtig den Unterschied zwischen kindlich und kindisch.

00:26:09: Das muss man wirklich sehr klar auseinanderhalten.

00:26:12: dass diese Begriffserklärung vielleicht abschließen zu dieser Folge wo es ja darum geht die Kindheit oder kindische abzustreifen und eben erwachsen zu werden, dass man wirklich auch seine Rolle als Eltern dann auf Augenhöhe mit den Kindern leben kann.

00:26:34: Was kannst du abschließen zu dieser Folge dazu sagen?

00:26:37: Also wir haben das in dieser Folge jetzt nicht geschafft, dass wir uns auch schon angucken welche Beziehungsebenen entscheidend in der Erfahrung eines Menschen sind um im guten Sinne auch Kind zu sein.

00:26:54: Also was die Eltern an Beziehungswahrheiten, die sie als Kind entwickelt haben in sich tragen und wozu das führen kann?

00:27:05: Darüber haben wir jetzt nicht gesprochen.

00:27:06: Das machen wir in der nächsten Folge weil das ein ganz entscheidender Punkt ist sich da einmal darüber bewusstzumachen was für innere Realitäten muss ich in mir lösen Und wie gebe ich eben auch ganz bewusst konstruktive, gesunde Beziehungswahrheiten an meinen Kind jetzt weiter.

00:27:24: Wo habe ich etwas Ungesundes und wo kann ich gesunde Wahrheiten weitergeben?

00:27:30: Was für Wahrheiten gibt es da oder Realitäten?

00:27:34: Ich denke im ersten Schritt ist es ein ganz entscheidender Punkt zu sehen.

00:27:41: Erfüllung und Gesundheit ist auf der einen Seite immer eine Frage von Individualität Und auf der anderen Seite aber auch eine Frage nach Augenhöhe, unter tiefen Bereitschaft Realitäten anzuerkennen.

00:28:02: Eine Lebensrealität ist das in einem Menschen wesentliche Grundbedürfnisse sind die er braucht um emotional und mental gesund aufzuwachsen.

00:28:15: Und das habe ich vorhin gesagt.

00:28:17: Das ist unter anderem die bedingungslose Annahme und eine dialogische Beziehungserfahrung, dass wenn diese Grundwerte nicht erfüllt sind, dass daraus ein hungriger gekränkter Mensch entsteht weil er nicht Kind sein konnte und dass dann ein kindisch sein stattfindet.

00:28:42: Also hungrig im Sinne von suchend.

00:28:45: Genau, und auch zurecht!

00:28:48: Zurecht Und gleichzeitig eine Unfähigkeit.

00:28:53: Ich bin zutiefst ungesättigt und gelehmt Aber ich bin hungrisch.

00:28:58: Und dann kommt das Kindeschein.

00:29:02: Dann fange ich an die Augenhöhe zu verlieren Und dann fange mich an wie die Kinder selber mit ihren Puppen oder was auch immer in ihrem Zimmer wo sie Familie spielen, mit ihren Figuren und Puppen das Nachspielen.

00:29:15: Das tun die erwachsenen Menschen im Inneren, dass sie anfangen kindisch eine Welt zu kreieren, wo Sie eigentlich das Kind sind ohne dass sie es bewusst merken und das zum Arsch startmachen weil sie die Versorgung von damals, die sie nicht bekommen haben jetzt nachholen wollen so und das ist schon ein ganz entscheidender Punkt der auch weh tut.

00:29:37: Es tut aber noch mehr weh wenn ich ihn ignoriere Wenn ich ihn verleugne, weil die Konsequenzen, die dann entstehen ist doppelter Schmerz.

00:29:46: Das heißt im ersten Schritt, die heutige Folge zu nutzen soll ich einmal zu fragen gibt es in unserer Familie mehr Kinder als die tatsächlichen?

00:29:59: Bin ich eines davon?

00:30:01: Warum?

00:30:03: Wie äußert sich das und was will ich aus meiner Kindheit noch nicht hinter mir lassen?

00:30:11: Und das können wir dann in der nächsten Folge nochmal genauer

00:30:22: thematisieren.

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